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Mein R&P

Ohne Reiserücktrittsversicherung

Kann man Stornokosten drücken?

Über ein Reisebüro hatte ich eine mehrtägige Städtereise mit Musicalbesuch gebucht, musste die Reise aber knapp drei Wochen vorher stornieren, da ich stürzte und für Wochen ins Krankenhaus kam. Eine Reiserücktrittsversicherung habe ich nicht. Jetzt soll ich 50 % des Reisepreises als Stornokosten zahlen. Kann ich den Betrag drücken, weil mein Platz ja vielleicht weiterverkauft wurde? Außerdem fallen ja auch die Kosten für Verpflegung und Hotel nicht an. SO IST DIE RECHTSLAGE Es ist jederzeit möglich, ohne Angaben von Gründen von eine

Entgangene Urlaubsfreuden

Balkonien statt Mombasa

Großes Pech hatten Passagiere, die von München über Frankfurt nach Mombasa reisen wollten. Am Flughafen München hatten Mitarbeiter die Einstiegstreppe am Flugzeug so verkeilt, dass es zu größeren Reparaturen kam. Der nächste Flug von Frankfurt nach Mombasa ging erst in drei Tagen – bei einer Gesamtreisedauer von einer Woche inakzeptabel. Der Veranstalter erstattete den Reisepreis, Schadensersatz für entgangene Urlaubsfreuden gab es jedoch nicht. Landgericht Frankfurt am Main, 17.6.2010, Aktenzeichen: 24 S 243/09

Erstattung

Kündigung bei überbuchtem Hotel

Eine Woche vor Abreise auf die Malediven erfuhren Urlauber, dass sie wegen Überbuchung auf eine andere Insel ausweichen müssten. Da sie kein anderes Hotel wollten, kündigten sie den Reisevertrag und blieben zu Hause. Sie erhielten nicht nur den Reisepreis vollständig erstattet, sondern zusätzlich die Hälfte des Reisepreises als Entschädigung für nutzlos aufgewendete Urlaubszeit (Bundesgerichtshof, AZ: X ZR 118/03).

Viele Mängel

Sofort abreisen

Ein Urlauber hatte nach Ruhestörung, verschmutztem Strand, defektem Kühlschrank, altersschwacher Klimaanlage und begrenzter Duschzeit die Nase voll und brach seinen Urlaub ab. Der Veranstalter wollte nicht zahlen, da der Mann den Veranstalter nicht zur Behebung der Mängel aufgefordert hatte. Das Gericht befand jedoch, dass Urlauber bei zu vielen Mängeln sofort abreisen dürfen, da sie nicht zu beheben seien (OLG Frankfurt, AZ: 16 U 41/04).

Kein Ersatzzimmer

Reiseabbruch

Schimmel, tote Insekten, verstopfte Abflüsse und keine Aussicht auf ein Ersatzzimmer ohne Aufpreis brachten eine Türkeitouristin dazu, ihren Urlaub abzubrechen. Das Gericht sprach ihr eine 15-prozentige Reisepreisminderung für die gesamte gebuchte Zeit zu. Denn wenn sie geblieben wäre, hätte der Mangel die ganze Zeit bestanden (LG Duisburg, AZ: 12 S 176/03).

Unfall

Kein Anspruch auf vorzeitigen Rückflug

Reiseveranstalter sind nicht zur vorzeitigen Rückbeförderung verpflichtet, wenn der Grund in der Sphäre des Reisenden liegt. Ein Urlauber hatte sich bei einem Sturz eine Beinverletzung zugezogen und wollte umgehend nach Deutschland zurückfliegen, um sich operieren zu lassen. Der Reiseveranstalter konnte erst drei Tage später einen Rückflug besorgen. Dadurch verschlimmerte sich die Verletzung und der Kunde klagte auf Schmerzensgeld. Die Klage wurde abgewiesen, weil der Reiseabbruch aus Gründen erfolgt sei, die der Reisende selbst verschuldet habe. Der Veranst

Reiseausfall

Ein Urlaubstag kostet 72 Euro

Urlauber wollten an einer Australienreise mit elftägiger Busrundfahrt teilnehmen, die jedoch ausfiel. Da sie sich nicht einer anderen, bereits gestarteten Gruppe anschließen wollten, brachen sie die Reise ab und flogen nach Hause. Der Veranstalter erstattete die Kosten der Busreise in Höhe von € 3.498, doch die verhinderten Urlauber wollten sich zusätzlich für ihre nutzlos aufgewandte Urlaubszeit entschädigt sehen. Sie bekamen Recht: Der Veranstalter muss zusätzlich die Flugkosten (€ 3.320) und insgesamt € 1.152 € für 16 vertane Url

Veranstalter-Storno

Geld zurück

Eine Familie erhielt statt ihrer Reiseunterlagen drei Tage vor dem Abflugtermin nach Ägypten einen Brief, in dem der Veranstalter die Reise stornierte. Die verhinderten Urlauber verlangten daraufhin die Reisekosten zurück und Schadensersatz für nutzlos aufgewendete Urlaubszeit, da sie die freie Zeit auf Balkonien verbringen mussten. Der Kunde bekam Recht, obwohl der Veranstalter behauptete, das Storno sei ein »freiwilliges Angebot« gewesen. Angaben über die Durchführung der Ägyptenreise konnte er aber nicht machen (LG Düsseldorf, AZ: 22 S 667/01)

Zerstörtes Hotel

Ersatzhotel inakzeptabel

Ein Mann erfuhr bei der Landung in der Dom. Republik, dass sein gebuchtes Hotel bei einem Wirbelsturm zerstört worden war. Die Straßen zu dem vorgesehenen Ersatzhotel, das 100 Kilometer entfernt lag, waren durch das Unwetter weitgehend unpassierbar geworden. Der Urlauber verlangte einen sofortigen Rückflug und verklagte den Veranstalter auf Entschädigung. Die Entfernung des Ersatzhotels, in dem der Tourist dann wegen der Straßenverhältnisse festgesessen hätte, rechtfertigte eine 35-prozentige Reisepreisminderung (AG Homburg, AZ: 2 C 1138/99).

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